Ihr Browser (Internet Explorer 10/11) ist veraltet. Aktualisieren Sie Ihren Browser für mehr Sicherheit, Geschwindigkeit und den besten Komfort auf dieser Seite.
Expertise
Unternehmen
Reshuffle – Warum KI kein Tool-Problem ist
24.02.2026

Reshuffle – Warum KI kein Tool-Problem ist

Wir haben ein neues Workshopformat entwickelt, das genau dort ansetzt, wo die meisten KI-Diskussionen enden. Während hitzig über „die richtigen“ KI-Tools diskutiert wird, bleibt die eigentliche Frage außen vor: Was macht KI eigentlich mit unseren Wertschöpfungsprozessen? Die Tool-Fixierung erinnert an frühe Debatten über Internet und Smartphone – und wer dabei war, weiß: Technologiesprünge automatisieren keine Einzelaufgaben. Sie untergraben und transformieren die Systemzusammenhänge, in denen wir arbeiten.
Portrait von Thomas Lipp
Thomas Lipp
Portrait von Mathis Keller
Mathis Keller

Quo vadis – Die Entbündelung der Arbeit

Was gerade passiert, ist eine tiefgreifende Veränderung der Wertschöpfungsprozesse, eine Verschiebung der Architektur, nach der Unternehmen funktionieren – wie Rollen geschnitten sind, wo Wert entsteht, wer Entscheidungen trifft.

Sangeet Paul Choudary nennt diesen Prozess Unbundling. Was damit gemeint ist: Die „Jobs“, die wir kennen, sind keine Naturgesetze. Sie sind gestaltete Artefakte – entstanden aus den Einschränkungen einer bestimmten Ära. Rollen existieren, weil ein Mensch bestimmte Aufgaben bündeln musste, die zusammen Sinn ergaben. Zu dieser Neuordnung der Tätigkeiten tritt die Schwierigkeit, das (fragmentierte) vorhandene Wissen einer Organisation sinnvoll als Basis der (KI-)Veränderung einzusetzen. Geschieht dies nicht, besteht die Gefahr, dass die neuen Tools nur zu einer Reihe von Slop-Generatoren führen, die Richtungsentscheidungen erschweren und nicht verbessern oder deren Output schlicht nicht „on strategy“ ist.

Die eigentlich interessante Frage

Portrait
Mathis Keller
„Das Konzept „Reshuffling“ fragt, wie sich Rollen und die Stellung der Einzelnen zum Wertschöpfungsprozess verändern müssen, wenn traditionelle Organisationsstrukturen an Tragkraft einbüßen. Kurz: Was bricht unter der Prämisse KI?”

Was, wenn die alten Rollen schlicht nicht mehr mit der Entstehung von Wert korrespondieren? Um hier Fortschritte zu erzielen, fragt das Konzept nach dem Status Quo, danach, wo hier KI/LLMs/Agentic Workflows Wettbewerbsvorteile erodieren, wo automatisiert werden kann und, wo neue Chancenfelder ergriffen werden müssen. Zentral ist die Frage, welche neuen Engpässe entstehen und, mit welchen Fähigkeiten das Team diesen begegnen kann.

Wo zum Beispiel früher die Beschaffung verlässlicher Informationen eine Schwierigkeit darstellte (Bibliotheken aufsuchen, Experten konsultieren usw.), ist heute oft das entsprechende Urteilsvermögen die Herausforderung – also die Kompetenz, aus der Fülle verfügbarer Informationen die relevanten herauszufiltern, Wahres von Falschem zu unterscheiden und Wichtiges von Trivialem zu separieren.

Reshuffling blickt dabei nicht auf die „globale“ Unternehmensebene, sondern auf kleinere Organisationseinheiten – ein Projektteam oder eine Abteilung. Wo eine Digitalstrategie entlang der Wertschöpfungsschritte und Abteilungen nach langfristigen Chancen, Quick Wins und Risiken fragt, blickt Reshuffling nah an den Menschen und deren Rollen auf diese Felder. Hier wird neu definiert, wer welche Aufgaben in der Wertschöpfung übernimmt und was dazu noch nötig ist!

Vom Framework zum Workshop

Wir hätten auch einen Vortrag halten können. Choudarys Thesen aufwärmen, ein paar Slides zeigen, Fragen beantworten. Aber das hätte das Problem reproduziert, das wir adressieren wollten. Denn die größte Herausforderung bei der KI-Transformation ist nicht fehlende Information. Es ist ein Mangel an bewusster Auseinandersetzung mit den Implikationen. Viele Führungskräfte haben ein diffuses Gefühl, dass sich etwas verändert und den Drang etwas tun zu müssen. Was ihnen fehlt, ist ein Rahmen, um diese Veränderung strukturiert auf die eigene Organisation zu übertragen.

Und weil uns die Lücke zwischen diesem spannendem Ansatz und der Realität – die uns „draußen“ täglich bei Teamleiter:innen begegnet – so eklatant groß vorkam, haben wir das Konzept in einen Workshop überführt: Die Idee war, das Unbundling-Rebundling-Framework in eine geführte Erfahrung zu übersetzen, die Teams und Führungskräfte selbst durchlaufen können. Nicht als Vortrag über KI-Trends, sondern als strukturierte Arbeit an der Organisation. Anders gesprochen: Es ist ein Prozess der Re-Institutionalisierung unter veränderten (technologischen) Bedingungen.

Was ist der erste Schritt?

Durch eine Bewertung des Status Quo in Bezug auf den Richtungsvektor schaffen wir Anschlussfähigkeit – ökonomisch wie sozial. Sie vermeiden Dysfunktion, die entsteht, wenn die Realität und organisationale Wunsch-Ordnung mehr und mehr auseinanderdriften. Sie vermeiden, dass Einzelkämpfer an der Gesamtstrategie vorbei Insellösungen etablieren, die dann doch nur ein „Sonderfall“ bleiben und keine breite Nutzung oder den notwendigen Anschluss finden. Sie vermeiden es durch das Nicht-Handeln, den Anschluss zu verpassen. Stattdessen lernen Sie Entscheidungen „Above the algorithm“ zu treffen und sich auch in einer volatilen Umwelt zielsicher zu bewegen.

Erfahren Sie mehr zu diesem Angebot oder…